Der Schutz geistigen Eigentums nützt der Schweiz und Indonesien

Randall McGuire
Randall McGuire

«Mit einer Produktivität, die fünfmal höher ist als der nationale Durchschnitt, trägt der Pharmasektor entscheidend zum Wohlstand der Schweiz bei. Das Freihandelsabkommen mit Indonesien hilft uns, Zölle einzusparen, sichert unsere Investitionen und stärkt den Schutz geistigen Eigentums, was für Novartis matchentscheidend ist.»

Randall McGuire, Ökonom Novartis

Der Schutz geistigen Eigentums nützt der Schweiz und Indonesien

Die offene Volkswirtschaft Schweiz hängt stark vom internationalen Handel ab. Dies gilt insbesondere für die Pharmabranche – eine der wichtigsten Wachstumstreiber in der Schweiz. Pharmazeutische Produkte machen inzwischen 40 Prozent der Schweizer Ausfuhren aus. Hierzulande beschäftigt die Pharmaindustrie 46’000 Mitarbeitende, und mehr als 207’000 Arbeitsplätze hängen indirekt von ihr ab. Weltweit investiert Novartis jedes Jahr über 9 Milliarden Franken in innovative Technologien zur Behandlung von schweren Krankheiten.

Schutz geistigen Eigentums fördert Innovationen

Erfindungen, wie jene von Novartis, sind fast immer mit erheblichem Aufwand verbunden – sowohl in Form von Zeit als auch Geld. Deshalb verwundert es nicht, dass Erfinder ihre Werke schützen wollen. Der Schutz geistigen Eigentums ist entscheidend für die Förderung von Innovationen. Ohne ihn würden Unternehmen nicht den vollen Nutzen aus ihren Erfindungen ziehen und sich folglich weniger auf Forschung und Entwicklung konzentrieren. Starke Schutzrechte helfen aber auch Verbrauchern, eine fundierte Entscheidung über die Sicherheit, Zuverlässigkeit und Wirksamkeit von Produkten wie Medikamenten zu treffen.

Novartis profitiert in vielerlei Hinsicht vom Indonesien-Abkommen

Am 7. März stimmt die Schweiz über das Freihandelsabkommen mit Indonesien ab. Dank des Vertrags fallen nicht nur hohe Zölle weg, er stärkt auch den Schutz geistigen Eigentums, beseitigt technische Handelshemmnisse und erhöht die Investitionssicherheit. Davon profitiert unter anderem auch das Basler Pharmaunternehmen Novartis. Gemäss Randall McGuire, Ökonom bei Novartis, dürfte das Unternehmen dank des Abkommens Zölle im Wert von rund 1,5 Millionen Franken pro Jahr einsparen können. Doch auch beim Patent- und Markenschutz macht er sich grosse Hoffnungen: «Heute ist der Schutz geistigen Eigentums in Indonesien noch ungenügend, und das, obwohl das Land das entsprechende Abkommen der Welthandelsorganisation (TRIPS) ratifiziert hat. Mit dem Freihandelsabkommen bekennt sich Indonesien zu einem wichtigen Prinzip im Patentschutz: Die Ausübung des Patents wird auch durch den Import von Gütern sichergestellt. Die patentierten Güter müssen deshalb nicht mehr lokal produziert werden und damit entfällt  die Rechtfertigung, den Schutz geistigen Eigentums zu beschneiden (z.B. mit der Vergabe von Zwangslizenzen).»

Beide Wirtschaftsstandorte werden durch Abkommen gestärkt

Solche Bestimmungen mögen für manche zwar als geringfügig erscheinen, für die innovationsgetriebene Schweizer Wirtschaft sind sie jedoch von zentraler Bedeutung. So werden laut einer neuen europäischen Studie 1,3 Millionen Arbeitsplätze in der Schweiz direkt durch jene Branchen geschaffen, die besonders auf den Schutz geistigen Eigentums angewiesen sind (siehe Grafik). Aber auch für die indonesische Wirtschaft sind solche Bestimmungen wichtig: Sie helfen, neue Investitionen aus der Schweiz anzuziehen, weil sie die Rechtssicherheit für innovative Schweizer Unternehmen auf dem indonesischen Markt verbessern. Das trifft gemäss McGuire auch auf Novartis zu: «Ein besserer Schutz geistigen Eigentums ermöglicht es uns, Investitionen zu tätigen, die andernfalls als zu riskant erachtet würden.» Und auch er sieht Vorteile für Indonesien: «Diese Investitionen schaffen nicht nur Arbeitsplätze vor Ort, sie fördern auch die Weitergabe von Wissen und technischen Kenntnissen. Das ist aus meiner Sicht essenziell, will Indonesien doch unbedingt den Sprung vom Rohstofflieferanten zu einem verarbeitenden Industriestandort schaffen und die Innovation im eigenen Land rasch vorantreiben.»

Mitarbeitende von PT. Novartis Indonesia in Jakarta
Mitarbeitende von PT. Novartis Indonesia in Jakarta

Novartis ist seit 1985 in Indonesien tätig und besitzt eine lokale Produktionsstätte in Jakarta, in der derzeit 551 Menschen beschäftigt sind. Im Jahr 2020 exportierte Novartis Waren im Wert von ca. 37 Millionen Franken nach Indonesien, darunter innovative Medikamente in den Bereichen Herz-Kreislauf, Dermatologie, Retina, Immunologie, Atemwegserkrankungen, Schmerz, Neurowissenschaften und Onkologie. Zudem unterstützt Novartis Indonesien die nachhaltige und fortlaufende medizinische Ausbildung von Gesundheitsfachkräften vor Ort und organisiert Aktivitäten zur Sensibilisierung der Bevölkerung für Krankheiten.